Digitaler PflegeLotse Münster
Der digitale Wegweiser für erwerbstätige pflegende Angehörige zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Der geplante KI-Chatbot für pflegende Angehörige soll erwerbstätigen Menschen in Münster dabei helfen, schnell und unkompliziert Antworten auf Fragen rund um Pflege, Unterstützungsleistungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege zu finden. Statt lange nach Informationen suchen zu müssen, sollen Nutzer rund um die Uhr innerhalb kurzer Zeit eine erste Orientierung erhalten – niedrigschwellig, regional spezifisch und verständlich.
Ausgangspunkt des Projekts ist die zunehmende Doppelbelastung von Beruf und Angehörigenpflege. Wenn ein Familienmitglied plötzlich pflegebedürftig wird, entstehen unmittelbar viele Fragen: Welche Leistungen stehen zur Verfügung? Wo gibt es einen passenden Pflegedienst? Kann die Arbeitszeit reduziert werden? Welche Unterstützung bietet der eigene Betrieb?
Die notwendigen Informationen sind zwar häufig vorhanden, liegen jedoch verteilt bei unterschiedlichen Anlaufstellen und sind teilweise schwer zugänglich oder sehr umfangreich. Besonders für Menschen, die kurzfristig Unterstützung benötigen, kann die Informationssuche dadurch zusätzlichen Stress verursachen. Gleichzeitig verfügen insbesondere kleinere Unternehmen und Handwerksbetriebe häufig nicht über eigene Pflegeberater oder Pflegeguides.
Hier setzt der KI-gestützte Chatbot an. Nutzer sollen ihre aktuelle Situation beschreiben können und daraufhin verständliche Informationen und mögliche nächste Schritte erhalten. Dazu gehören beispielsweise Hinweise zu Pflegeleistungen, regional verfügbaren Diensten und Beratungsstellen sowie zu Möglichkeiten und Rechten im beruflichen Kontext.
Das System soll Informationen aus bestehenden Angeboten wie dem digitalen Pflegekoffer mit einer Münster-spezifischen Ressourcendatenbank verbinden. Ergänzend ist ein Betriebsmodul vorgesehen, über das Informationen zu Unterstützungsangeboten des jeweiligen Arbeitgebers eingebunden werden können. Eine psychosoziale Komponente soll außerdem auf professionelle Beratungsangebote und Selbsthilfegruppen hinweisen.
Für pflegende Angehörige kann der Chatbot vor allem schnelle Orientierung und eine deutliche Entlastung bei der Informationssuche schaffen. Die Verfügbarkeit rund um die Uhr soll insbesondere in Situationen helfen, in denen Beratungsstellen nicht unmittelbar erreichbar sind.
Auch für Münsteraner Unternehmen kann das Angebot einen Mehrwert schaffen. Beschäftigte erhalten schneller Zugang zu relevanten Informationen, während insbesondere kleine und mittlere Unternehmen ihren Mitarbeitenden eine zusätzliche Unterstützungsstruktur anbieten können.
Auf kommunaler Ebene kann das Projekt bestehende Beratungsangebote ergänzen und dazu beitragen, einfache und wiederkehrende Fragen niedrigschwellig zu beantworten. Komplexere Situationen sollen weiterhin an professionelle Beratungsstellen und Fachpersonen vermittelt werden. Perspektivisch könnte das Modell auch auf andere Regionen übertragen werden.
Mit einem Förderbudget von 5.000 Euro soll die Konzeption und erste Entwicklung des KI-Chatbots ermöglicht werden. Das Projektteam plant dabei eine Zusammenarbeit mit Hochschulen in Münster.